Mit dem besonders aktiven Hinterradantrieb geht es besonders flüssig durch den Sand. Kurze Lenkbefehle reichen, um den OCTA leicht durch die Spurrillen zu navigieren.


Schon beim ersten Anblick des OCTA wird klar: Dieser Defender ist anders. Mächtiger und tieferer Kühlergrill, 6,8 Zentimeter breiterer Auftritt, 2,8 Zentimeter höhere Karosserie, Sichtcarbon für Schriftzüge, massiver Unterbodenschutz und breite Radhäuser. Beim Öffnen der Tür geht es weiter: Unterhalb des Sportlenkrads glänzt ein feines OCTA Logo als Regler. Über diesen kann der Pilot die Drive-Modi fürs Fahren ändern. Dazu bieten bequem geschnittene Sportsitze mit integrierter Kopfstütze selbst für dynamisches Fahren ausreichend Seitenhalt. Für satten Sound sorgen vier Bass-Membranen in den „Body and Soul“-Vordersitzen – und sechs Wellness-Programme. 



Ein leichter Druck auf den Startknopf und der 4,4-Liter-V8-TwinTurbo erwacht zum Leben, brabbelt sich gemächlich warm. Es geht raus aus Kapstadt City Richtung Norden, rund 300 Kilometer in die Cederberge. Auf den ersten Kilometern zeigt der Defender OCTA direkt seine Straßen- und Langstreckenqualität. Statt der 525 PS beim bisher stärksten Antrieb 5,0-Liter-V8 stehen nun 635 PS zur Verfügung, statt 550 satte 750 Newtonmeter Drehmoment. Auch Software-Setup, Ansprechverhalten, Ansaugung, Abgasanlage und Ölschmierung optimierten die JLR Ingenieure. Wer jetzt den Dynamic-Modus aktiviert, überträgt die volle Power über die Achtgang-Automatik auf alle vier Räder. Aus dem Stand sprintet der OCTA dann in vier (!) Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. 


Die Kilometer verfliegen

Zu schnell für südafrikanische Autobahnen und den dort erlaubten 120 km/h. Daher geht es im gemäch­lichen Tempo, mit viel Laufruhe und kräftigem Durchzug nach Mount Cedar. Die Kilometer verfliegen, der Bass massiert den Rücken. Kurz vor den Cederberg Mountains biegen wir auf eine Schotterstraße ab, schalten von Komfort auf OCTA. Mit dem besonders aktiven Hinterradantrieb geht es besonders flüssig durch den Sand. Kurze Lenkbefehle reichen, um den OCTA leicht durch die Spurrillen zu navigieren. 

Als die Straße zunehmend schlechter wird, reduzieren wir die Geschwindigkeit und ändern den Fahrwerksmodus. Es wird zum ultimativen Offroad-Fahrerlebnis mit maximaler Performance. Neben dem leistungsstarken Antrieb unterscheidet sich das neue Topmodell vor allem am Fahrwerk. Für mehr Offroad-Tauglichkeit sorgt ein höhenverstellbares Luftfederfahrwerk mit hydraulisch verbundenen Dämpfern. 



Bergab nach Wuppertal

Kurz verschnaufen, auf Gravel-Road stellen und weiter über Serpentinen bergab nach Wuppertal. Wuppertal? Nein, nicht die Kleinstadt im Bergischen Land in Nordrhein-Westfalen, sondern ein kleines Dorf mitten im Nirgendwo in Südafrika. Von dort ist es nicht weit bis zum Offroad-Park der Koro Lodge in Bushmans Kloof. Kein Weg scheint dem Defender zu rutschig zu sein, keine Steigung zu hoch. Die Fahrstufe „Trail“ wählen und mit mehr Bodenfreiheit weiter rollen. Mit sanftem Gasbefehl und den Handzeichen des Instruktors klettert der Geländewagen tapfer die Felsen hinab und wieder hinauf. Für einen Power-Offroader außergewöhnlich. 

»Der OCTA fährt überall besser, ohne Kompromisse in einem Bereich eingehen zu müssen. Er ist ein wahrer High-Performance-Offroader, der im Gelände und auf der Straße sehr schnell unterwegs sein kann«, erklärt Matt Becker. Um das zu erreichen, testete JLR das neue Modell weltweit und auch in extremen Klimazonen in 13.600 Fahrten mit insgesamt über eine Million Kilometer. 



Kraft und Komfort genießen

Wie in den Dünen bei Lamberts Bay. Mit reduziertem Luftdruck für mehr Reifenaufstandsfläche und der Kalibrierung „Sand“ im Terrain-Response-Mode geht es flott durch den Sand. Das neue Hydraulikfahrwerk erkennt sogar Sprünge und stellt das Fahrwerk innerhalb von Millisekunden auf eine harte Landung ein. Sand spritzt durch die Radhäuser und dennoch schaufelt sich der Defender OCTA kraftvoll weiter, bis er wieder Asphalt unter den Reifen hat. Also wieder den Luftdruck erhöhen, Fahrwerk absenken, Komfort-Modus aktivieren und zurück nach Kapstadt und dabei die Kraft und den Komfort genießen. 

Der Defender OCTA bildet die Basis für künftige Rallye-Wagen der Rallye Dakar und der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (W2RC). In der Kategorie Stock wird er als seriennaher Rennwagen seine Qualitäten im Wettbewerb unter Beweis stellen. 



Verbrauchswerte

Defender 110 P635 AWD 4.4 Liter V8 MHEV Twin-Turbobenziner mit 467 kW (635 PS): Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen (jeweils kombiniert): 13,5 l/100 km; 304 g/km; CO2-Klasse: G